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  • Modellrechnung der anteiligen CO2-Emissionen

Modellrechnung CO2-Emissionen in Ingolstadt

Umwelt und Flächennutzung

Modellrechnung der anteiligen CO2-Emissionen für die privaten Haushalte in Ingolstadt anhand geschätzter Annahmen.

Autor/-in

Ulrich Kraus

Veröffentlichungsdatum

1. August 2019

Modellrechnung der anteiligen CO2-Emissionen

Die folgende Modellrechnung stützt sich zum Teil auf geschätzte Annahmen, auf die von den Stadtwerken Ingolstadt abgegebenen Energiemengen sowie auf Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes. Ziel ist es, die Größenordnungen der CO2-Emissionen für die einzelnen Bereiche wie Wohnen, Verkehr, Konsum rechnerisch plausibel und nachvollziehbar zu machen. Wegen der Liberalisierung des Energiemarktes ist die Beschränkung auf die Daten der Stadtwerke nur eine Teilbetrachtung. Es lassen sich daraus aber am ehesten detaillierte Ergebnisse ableiten.

Für den Bereich Wohnen ergeben sich direkte und indirekte CO-Emissionen über die Nachfrage nach elektrischer Energie (Strom) und Wärme (Heizung). Kalkuliert  man die CO2-Emissionen je Einwohner so ergibt sich für das Wohnen ein mittlerer Wert von rund 2,5 Tonnen je Einwohner und Jahr.

Im Energieträgermix für die Stromerzeugung der Stadtwerke wurde zuletzt ein Anteil regenerativer Energien von rund 60% ausgewiesen. Kohlestrom hatte einen Anteil von 20%, Erdgas 8% und Strom aus AKW 7%. Zum Vergleich die Zahlen für ganz Deutschland:

Erneuerbare Energien 37%, Kohleverstromung: 38%, AKW 13%  und Erdgas 10%. Aufgrund der hohen spezifischen Emissionen von Kohlekraftwerken (400 g CO2 je kWh) trägt die Kohle im Bereich der Stromerzeugung überproportional  zum CO2-Ausstoß bei.

Den größten Teil des Energiebedarfs in Haushalten erfordert das Heizen. Der jährliche Bedarf ist stark witterungsabhängig. Fernwärme gilt als CO2-neutral, da der CO2-Ausstoß bereits vorgelagert im Produktionsprozess anfällt. Einen großen Beitrag zur Fernwärmeversorgung leistet auch die MVA Ingolstadt (mit 178 GWh im Jahr 2018).

Im Bereich Privathaushalte und Verkehr werden die meisten CO2-Emissionen von PKW verursacht. ÖPNV und Bahnfahrten sind zusammen für weniger CO2-Ausstoß verantwortlich als der Flugverkehr. Für Verkehr und Mobilität  ergeben sich rechnerisch 1,9 Tonnen CO2 je Einwohner und Jahr.

Pauschal werden für Konsum 4,6 Tonnen und für Ernährung 1,7 Tonnen CO2 angesetzt. Beim Konsum spielt die Lebensdauer der Produkte eine wichtige Rolle für die CO2-Bilanz, bei der Ernährung der Anteil tierischer Herkunft und der Input an Düngemitteln.

Weiteren Einfluss auf die CO2-Emissionen haben Verpackungen und der Transportweg der Produkte.

Je nach Körpergröße und Aktivität atmet ein Mensch im Jahr mehr als 300 kg CO2 aus.

Der dazu benötigte Kohlenstoff wurde aber vorher durch Photosynthese in Pflanzen gebunden und dabei eine entsprechende Menge CO2 der Atmosphäre entzogen.

Auch Wälder können CO2 in der Atmosphäre reduzieren, wenn sich der Holzvorrat erhöht bzw. geerntetes Holz dauerhaft als Baumaterial oder Möbelholz  verwendet wird. In humusreichen Böden und Mooren  ist viel  Kohlenstoff gespeichert. Darüber hinaus gibt es ein Gleichgewicht zwischen gelöstem CO2 in den Weltmeeren und dem CO2-Anteil in der Atmosphäre.

Tabelle: Modellrechnung der CO2-Bilanz für die privaten Haushalte in der Stadt Ingolstadt