Bezug von Grundsicherung, Sozialhilfe und Wohngeld im Überblick
Analyse zum Bezug von Grundsicherung, Sozialhilfe und Wohngeld sowie Entwicklung der monatlichen Arbeitsentgelte
Bezug von Leistungen nach SGB IX und SGB XII
Am Wohnort Ingolstadt erhielten zum Jahresende 2024 gut 7 000 Personen in 3 659 Haushalten (Bedarfsgemeinschaften) Leistungen der Grundsicherung nach SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende), darunter knapp 2 000 Singlehaushalte und 760 Haushalte, die von Alleinerziehenden geleitet wurden. In den Bedarfsgemeinschaften gab es insgesamt rund 2 000 Kinder unter 15 Jahren.
Daneben erhielten rund 1 300 Personen Grundsicherung im Alter und 700 Personen Grundsicherung bei dauerhafter Erwerbsminderung (SGB XII). Während mehr Frauen als Männer im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen sind, überwiegt die Zahl der Männer bei dauerhafter Erwerbsminderung.
Weitere Leistungen der Sozialhilfe sind die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und die Hilfe zur Pflege. Eingliederungshilfe beziehen gut 1 500 Personen, darunter 465 Kinder und Jugendliche.
Die Unterstützung im Pflegefall erhalten in Ingolstadt rund 400 Personen. Das entspricht gut einem Drittel aller stationär versorgten Pflegebedürftigen.
Insgesamt erhalten in Ingolstadt rund 11 000 Personen Leistungen der Grundsicherung bzw. Sozialhilfe (aufgrund von Mehrfachbezug könnte die Zahl auch etwas darunter liegen).
Gut 1 000 Personen mit Wohnort Ingolstadt erhielten Ende 2024 Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
In Ingolstadt erhielten Ende 2024 gut 1 900 Haushalte Wohngeld, die Hälfte davon waren 1-Personen-Haushalte.
In den Haushalten, die Wohngeld bezogen, lebten insgesamt rund 4 500 Personen. Wohngeld ist eine Leistung für einkommensschwache Haushalte, deren Einkommen aber oberhalb der Bedürftigkeit für Grundsicherung liegt. Der durchschnittliche Wohngeldanspruch lag im letzten Jahr bei gut 300 Euro im Monat.
Studierende an den Ingolstädter Hochschulen erhalten nur in Ausnahmefällen oben genannte Sozialleistungen. Über die Zahlungen von BaföG an Studierende gibt es keine kleinräumigen Statistiken. Es ist aber davon auszugehen, dass ein großer Teil der Haushalte von Studierenden nur über ein geringes Einkommen verfügt.
Zählt man alle oben genannten Einwohnergruppen zusammen, leben in Ingolstadt rund 22 000 Personen mit einem relativ niedrigen Einkommen. Alleinerziehende und Singlehaushalte sind dabei überrepräsentiert. Insgesamt wären danach etwa 14 000 Haushalte armutsgefährdet. Das entspricht ca. 20 Prozent der Ingolstädter Haushalte.
Ein Armutsrisiko ergibt sich auch aus Beschäftigung im Niedriglohnsektor. Davon sind in Ingolstadt vor allem ausländische Beschäftigte betroffen. Eine Auswertung der Bundeagentur für Arbeit zeigt, dass der „migration pay gap“ beim Einkommen aus Erwerbstätigkeit sogar höher ist als der „gender pay gap“.
Das Bayerische Landesamt für Statistik hat – abgeleitet aus Befragungen des Mikrozensus – Berechnungen zur Armutsgefährdung in den bayerischen Kreisen veröffentlicht. Danach liegt die Quote der Armutsgefährdung in der Ingolstädter Wohnbevölkerung bei gut 19 Prozent. Das Landesamt hat dafür die übliche Definition verwendet, dass Armutsgefährdung dann vorliegt, wenn das Haushaltseinkommen bei weniger als 60% des Kreismedians liegt. Im Mittel liegt in Ingolstadt das Haushaltsnettoeinkommen bei gut 2 800 Euro im Monat. Je nach Größe des Haushalts und Kosten für die Unterkunft schwankt die Grenze der Armutsgefährdung zwischen gut 1 000 Euro und mehr als 2 000 Euro im Monat.
Im Vergleich der bayerischen Großstädte liegt die Armutsgefährdung in Ingolstadt ähnlich hoch wie in München oder Erlangen. Auffallend ist der hohe Wert für die Stadt Regensburg mit einem Viertel armutsgefährdeter Haushalte. Gründe dafür sind u.a. die hohe Zahl an Single-Haushalten, darunter viele Studierende, aber auch ein hoher Anteil von Haushalten mit niedrigen Rentenbezügen, darunter viele Frauen.


