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  • Allgemeine Hinweise
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  • Wo ist weiteres Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahren zu erwarten?

Einwohnerentwicklung in den Stadtbezirken

Kleinräumige Statistik

Analyse der kleinräumigen Bevölkerungsentwicklung der Stadt Ingolstadt nach Stadtbezirken (Entwicklungen bis 2017).

Autor/-in

Helmut Schels

Veröffentlichungsdatum

1. März 2018

Allgemeine Hinweise

Die amtlichen Einwohnerzahlen werden immer nur für die gesamte Stadt veröffentlicht. Aus­sagen über den Bevölkerungsbestand und die Entwicklung in den Stadtteilen, z. B. Stadtbe­zirken, sind nicht möglich. Deshalb wird das Melderegister als Informationsquelle verwendet und durch besondere Berechnungsverfahren werden kleinräumige Auswertungen und auch zusätzliche Informationen (z. B. Migrationshintergrund, Haushalte) möglich.

Die amtliche Einwohnerzahl Ingolstadts zum 31.12.2016 wurde erst kürzlich veröffentlicht. Mit 133 639 Einwohnern liegt sie systembedingt um rund 1 500 Einwohner niedriger als die Zahl des Melderegisters (135 126 Einwohner), das zum gleichen Zeitpunkt ausgewertet wurde.

Um aktuelle Zahlen für Planungen und Entscheidungen zur Verfügung zu haben, wurde das Melderegister zum 31.12.2017 ausgewertet. Insgesamt 136 454 Einwohner mit Hauptwohn­sitz lebten zu diesem Zeitpunkt in Ingolstadt.

Stand und Entwicklung in den Stadtbezirken

Welche Stadtbezirke sind am stärksten oder am wenigsten gewachsen?

Diagramm: Einwohnerbestand-Vergleich nach Stadtbezirke 2007 - 2017

Quelle: Melderegister // Berechnungen und Darstellung: Statistik und Stadtforschung

Bevölkerungswachstum erkennt man an der blauen Einfärbung in der Tabelle, je dunkler das Blau, desto höher das Wachstum. Verschiedene Grade von Rot kennzeichnen einen Bevöl­kerungsrückgang. Die gesamte Zunahme gegenüber der Auswertung des Melderegisters vom 31.12.2016 betrug über 1 300 Personen (+1,0%). In den letzten 10 Jahren hat sich die Einwohnerzahl Ingolstadts um mehr als 13 000 (+10,8%) erhöht.

Die nachfolgende Grafik erleichtert die Analyse:

Diagramm: Einwohnerentwicklung 2007 - 2017 in den Stadtbezirken (absolut)

Quelle: Melderegister // Berechnungen und Darstellung: Statistik und Stadtforschung

Besonders hohe Bevölkerungszuwächse gab es demnach in den letzten 10 Jahren vor allem im Südosten (u. a. Pioniergelände), in Friedrichshofen-Hollerstauden, aber auch im Nordos­ten (u. a. Wohnungsbau an der Donau) und in der Altstadt (vor allem Ingobräu und altes Krankenhaus). Auch die Zuwächse im Bezirk Münchener Straße und im Stadtbezirk Süd waren außergewöhnlich hoch.

Was bedeutet der Zuwachs an Einwohnern in Prozent zur gesamten Einwohnerzahl? Der prozentuale Zuwachs zeigt, wie stark sich ein Stadtbezirk im Vergleich zur Ausgangslage vor 10 Jahren verändert hat. Ein Zuwachs von 1 000 Personen bedeutet für einen größeren Stadtbezirk weniger als für einen der kleineren Stadtbezirke.

Diagramm: Einwohnerentwicklung 2007 - 2017 in Prozent in den Stadtbezirken

Quelle: Melderegister // Berechnungen und Darstellung: Statistik und Stadtforschung

Das stärkste prozentuale Wachstum mit über 22% fand in Friedrichshofen-Hollerstauden statt, gefolgt von Mailing mit 19 % und dem Südosten mit einem prozentualen Zuwachs von fast 16%. In Etting bedeutete das Ansteigen der Bevölkerungszahl um lediglich gut 600 Personen einen prozentualen Zuwachs von über 15%. Auch der Stadtbezirk West findet sich bei einem Wachstum um „nur“ rund 750 Personen mit 12% in Gesellschaft der Stadtbezirke Mitte (11,5%) und Süd (14,3%). Alle anderen Stadtbezirke liegen beim prozentualen Wachstum unter dem städtischen Durchschnittswert von 10,8%.

Die Entwicklung der Bevölkerung innerhalb des letzten Jahres zeigt das folgende Diagramm:

Diagramm: Einwohnerentwicklung 2016 und 2017 im Vergleich in den Stadtbezirken

Quelle: Melderegister // Berechnungen und Darstellung: Statistik und Stadtforschung

Die stärkste Einwohnerzunahme mit fast 400 Personen gab es demnach im Südosten, ge­folgt von Mailing mit 275 Einwohnern Zuwachs. Dahinter mit rund 200 Einwohnern Zuwachs folgen die Stadtbezirke Friedrichshofen-Hollerstauden und Münchener Straße. Die Stadtbe­zirke Mitte (+136) und Süd (+175) hatten ebenfalls einen größeren Einwohnerzuwachs. Alle anderen Stadtbezirke legten hinsichtlich der Einwohnerzahl nur moderat zu bzw. verloren sogar Einwohner.

Wo ist weiteres Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahren zu erwarten?

Die amtliche Baustatistik weist Genehmigungen und Fertigstellungen an Wohnungen aus. Die in den letzten vier Jahren genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen nennt man Bauüberhang. Rund 95% dieser genehmigten Wohnungen werden in der Regel auch innerhalb der nächsten vier Jahre gebaut. Daneben werden aber noch weitere Woh­nungen in den nächsten Jahren gebaut, die in den Jahren 2018-2020 noch genehmigt wer­den. Diese Wohnungen lassen sich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Eine überschlägige Berechnung mit amtlichen (bis 2016 genehmigt) und kommunalen Daten (2017 genehmigt) ergibt folgende Übersicht:

Diagramm: Bauüberhänge an Wohnungen 2017

Quelle: Melderegister // Berechnungen und Darstellung: Statistik und Stadtforschung

Rund 1 100 Wohnungen stehen demnach im Stadtbezirk Nordost zum Bau an, rund 400 im Südosten und in Friedrichshofen-Hollerstauden, 300 im Nordwesten. Je 200 Wohnungen in Mitte, Südwest, West und Süd.

In diesen Bezirken wird in den nächsten 3-4 Jahren – abhängig von den Wohnungsgrößen – mit teils starkem Bevölkerungswachstum zu rechnen sein.