Langjährige Entwicklung von Geburten und Sterbefällen
Analyse der Geburten- und Sterbefälle in Ingolstadt im Vergleich zu Bayern und Deutschland.
Langjährige Entwicklung von Geburten und Sterbefällen
In Deutschland wird die Zahl der Sterbefälle im Jahr 2021 voraussichtlich erstmals in der Nachkriegszeit bei über einer Million liegen. Sich addierende und verstärkende (demografische und pandemische) Gründe dafür sind die hochbetagte starke Altersgruppe der vor dem Krieg in den 1930ern Geborenen und die vielen Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (über 70 000 Sterbefälle im Kalenderjahr 2021). Rund zwei Drittel aller Sterbefälle im Zusammenhang mit COVID fallen in die Altersgruppe der über 80-jährigen. Bei sieben Prozent aller Sterbefälle in Deutschland war eine Corona-Infektion vorausgegangen. In Bayern und auch in Ingolstadt lag die Zahl der Sterbefälle in Zusammenhang mit einer COVID-Erkrankung bei 9% aller Sterbefälle. Insgesamt sind aber nur geringe strukturelle Unterschiede erkennbar. Die Zahl aller Sterbefälle je 1000 Einwohner ist in Ingolstadt etwas niedriger als in ganz Deutschland, da hier wie in den meisten Großstädten das Durchschnittsalter unter dem bundesweiten Mittelwert liegt.
| Kategorie | Deutschland | Bayern | Ingolstadt |
|---|---|---|---|
| Einwohner (gerundet) | 83100000 | 13200000 | 138000 |
| Sterbefälle 2021 gesamt (Hochrechnung) | 1020000 | 14000 | 1400 |
| Sterbefälle mit Corona 2021 (gerundet) | 40000 | 7000 | 62 |
| Sterbefälle mit Corona gesamt (Hochrechnung) | 112000 | 19700 | 189 |
| Sterbefälle mit Corona 2021 (gerundet) | 72000 | 12700 | 127 |
| Sterbefälle gesamt je 1000 Einwohner | 12,3 | 10,6 | 10,1 |
| Sterbefälle mit Corona 2021 gesamt je 100000 Einwohner | 135 | 149 | 137 |
| Anteil Sterbefälle mit Corona 2021 an allen Sterbefällen | 7,1 % | 9,1 % | 9,1 % |
Bereits in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts lag die Zahl der jährlichen Sterbefälle in Deutschland nahe an der Grenze zu einer Million. Damals war das vor allem auf die starke Generation der um 1900 Geborenen zurückzuführen. Die Zahl der Geburten lag in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg im damaligen Deutschen Reich bei bis zu zwei Millionen pro Jahr. Gleichzeitig sorgte der medizinische Fortschritt für einen deutlichen Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit. Mit dieser starken Generation zu Beginn des 20.Jahrhunderts begann aber auch eine Kette von sogenannten demografischen Wellen, ein Auf und Ab von stärkeren und schwächeren Geburtsjahrgängen im Abstand von Generationen, was vor allem durch die beiden Weltkriege noch deutlich akzentuiert wurde. Bis heute setzt sich diese Wellenbewegung fort.
Anders als in ganz Deutschland gab es am Wohnort Ingolstadt in den letzten fünfzig Jahren fast durchwegs einen positiven natürlichen Saldo. Bei insgesamt zunehmender Zahl an Geburten und Sterbefällen sind die demografischen Wellen auch noch erkennbar. Um 1990 kamen die Kinder der Babyboomer aus den 1960er Jahren zur Welt. Seit 2015 baut sich eine weitere starke Geburtenwelle der „Enkel“-Generation auf. Hauptantreiber der steigenden Geburtenzahlen war in Ingolstadt der stetige Zuzug in der Altersgruppe der 18 bis unter 30-jährigen mit Familiengründungen. Die Zuzüge standen meist im Zusammenhang mit einem expandierenden Arbeitsmarkt, Studium bzw. Berufsausbildung.
Geburten und Sterbefälle am Wohnort Ingolstadt seit 1972
Einwohnerentwicklung in Ingolstadt



