Bevölkerungsentwicklung 2018
Analyse der Bevölkerungsentwicklung der Stadt Ingolstadt mit den wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen für 2018.
Allgemeine Hinweise
Die nachfolgenden aktuellen Zahlen für das Jahr 2018 stammen allesamt aus dem Melderegister der Stadt Ingolstadt und sind als kommunale und vorläufige Daten zu sehen. Die vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung später veröffentlichten amtlichen Zahlen weichen von diesen Daten meist geringfügig ab. In der Struktur und in der Tendenz zeigen die vorläufigen kommunalen Zahlen jedoch bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt relativ genau, wie sich Ingolstadt in den letzten Jahren und besonders im Jahr 2018 entwickelt hat.
Bevölkerungsentwicklung insgesamt
Ingolstadt ist im Jahr 2018 laut Melderegister um mehr als 1 700 Einwohner von ca. 136 450 auf knapp 138 200 Einwohner gewachsen.
Ende 2017 war die amtliche Einwohnerzahl systembedingt um rund 1 200 Einwohner niedriger als die Melderegisterzahl. Hochgerechnet auf den 31.12.2018 wäre die amtliche Einwohnerzahl dann bei ca. 137 000 Einwohnern zu erwarten.
Seit 2011 nahm die Einwohnerzahl in Ingolstadt laut Melderegister von knapp 126 500 relativ linear um knapp 11 700 auf rund 138 200 zu (+9,3%). Das durchschnittliche jährliche Wachstum betrug damit nahezu 1 700 Personen oder ca. 1,3%.
Ursachen des Bevölkerungswachstums
Über viele Jahre und Jahrzehnte spielte der natürliche Saldo, d. h. die Differenz aus Geburten und Sterbefällen, bei der Einwohnerentwicklung kaum eine Rolle. Das Bevölkerungswachstum war fast ausschließlich durch den Wanderungssaldo, die Differenz aus Zuzügen und Wegzügen, bestimmt. Erst mit dem Beginn höherer Geburtenzahlen ab 2013 und dann besonders ab 2014 stieg der natürliche Saldo, weil die Anzahl der Sterbefälle nur geringfügig höher wurde. Seit 2014 beträgt der Anteil des Saldos aus Geburten und Sterbefällen, der Geburtenüberschuss, rund 20% des Bevölkerungswachstums.
Altersstruktur der Zuwandernden
Trotzdem sind immer noch rund 80% der Einwohnerzunahme auf den Wanderungssaldo zurückzuführen. Der Überschuss der Zuzüge über die Wegzüge betrug 2018 nach der vorläufigen Auswertung des Melderegisters knapp 1 300 Personen. Wie auch in den früheren Jahren und Jahrzehnten kommen hauptsächlich junge Erwachsene von 21 bis unter 30 Jahren nach Ingolstadt. Familien mit Kindern unter 3 Jahren wanderten teils ab, wie Analysen aus den letzten Jahren zeigen, hauptsächlich in die umliegenden Landkreise. Auch ältere Menschen ab ca. 60 Jahren zieht es weg von Ingolstadt
Wanderung nach Herkunfts- bzw. Zielort
Woher kommen die Zuwandernden bzw. wohin gehen die Wegziehenden? Eine vorläufige Analyse des Melderegisters gibt einen gewissen Aufschluss darüber. Aufgrund von rund 1 400 noch ungeklärten Fällen hauptsächlich weggezogener Personen(die sich in den nächsten Wochen und Monaten noch klären werden) ist diese Analyse aber mit großen Unsicherheiten behaftet. Meist handelt es sich hierbei um Wegzüge ins Ausland.
Nach diesen vorläufigen Zahlen kämen sehr viele Zuwandernde aus Bayern ohne die Region Ingolstadt, auch aus Deutschland ohne Bayern kamen mehr als 300 Personen im Saldo nach Ingolstadt. Dem gegenüber wandern mehr als 200 Einwohner in die umliegenden Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen der Region als von dort nach Ingolstadt zuziehen (hauptsächlich Familien mit kleinen Kindern). Mehr als 1 100 der Zuwandernden kamen 2018 aus dem Ausland, davon der größte Teil aus Ländern der EU.
Geburten, Sterbefälle und natürlicher Saldo
Das nachfolgende Diagramm zeigt sehr gut die Entwicklung bei den Geburten und Sterbefällen und den daraus resultierenden Geburtenüberschuss (positiver natürlicher Saldo). Während sich die Zahl der Sterbefälle von meist unter 1 200 bis 2014 auf rund 1 250 ab 2015 erhöht haben, stieg die Geburtenzahl von rund 1 200 bis 2012 kontinuierlich bis auf über 1 600 an. Dadurch pendelte sich der natürliche Saldo ab 2014 auf ein Niveau von 200 bis knapp unter 400 ein.
Wie wird sich die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahren entwickeln?
Prognosen - oder auch Bevölkerungsvorausberechnungen genannt - sind mit sehr großen Unsicherheiten behaftet. In der Regel verwendet man mehrjährige Kennzahlen aus der Vergangenheit (z. B. Wanderungsquoten nach Alter und Geschlecht, Fruchtbarkeitsziffern nach Alter der Frauen etc.) und schreibt diese unverändert oder mit Modifikationen in die Zukunft fort.
Das Bayerische Landesamt für Statistik rechnet mittlerweile jedes Jahr eine Bevölkerungsvorausberechnung für alle Kreise Bayerns. Ingolstadt wäre in knapp 20 Jahren demnach bei rund 143 000 Einwohnern, ein Anstieg um fast 8 000 Personen verglichen zum Ausgangsbestand von 135 200 im Jahr 2017. Diese Berechnung geht von einem sehr starken Rückgang der Zuwanderung nach Ingolstadt aus.
Dieser Berechnung wurden drei kommunale Szenarien gegenübergestellt, die ein Zuwanderungsplus von 10 000, 15 000 bzw. 20 000 Personen unterstellen, wobei die jährliche durchschnittliche Zuwanderung der oberen Variante noch niedriger ist als die jährliche Zuwanderung der letzten 7 Jahre.
Nach den kommunalen Szenarien könnte die Einwohnerzahl Ingolstadts bis in rund 20 Jahren bei ca. 147 000, 154 000 oder sogar bei über 160 000 Personen liegen, je nach Höhe der Zuwanderung. Zusätzlich würde auch der Geburtenüberschuss bei höherer Zuwanderung junger Erwachsener noch kräftiger ausfallen und die Einwohnerzahl zusätzlich erhöhen.
Letztlich sind alle Berechnungen allerdings keine Vorhersagen, wie z. B. ein Wetterbericht, sondern dienen dazu, sich vorzustellen, was unter bestimmten Bedingungen passieren wird. Für politische Entscheidungen und für Planungen ist es wichtig zu wissen, welche Szenarien eintreten könnten. Gravierende wirtschaftliche und/oder politische Verwerfungen oder Änderungen können solche Berechnungen jedoch hinfällig machen.





