Bevölkerungsentwicklung 2018
Analyse der Bevölkerungsentwicklung der Stadt Ingolstadt und der Region 10 mit den wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen für 2015.
Vorbemerkungen und Datenquelle
Bereits im Januar 2016 konnte das Sachgebiet Statistik und Stadtforschung erste vorläufige Auswertungen zur Einwohnerentwicklung der Stadt Ingolstadt aus Daten des Melderegisters präsentieren.
Seit Kurzem liegen die amtlichen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik für den Einwohnerbestand, die Geburten und Sterbefälle sowie die Wanderungsbewegungen (Zu- und Wegzüge für alle Kreise und Gemeinden Bayerns für das Jahr 2015 vor.
Deshalb gibt es jetzt auch die Möglichkeit, die Einwohnerentwicklung der Stadt Ingolstadt sowie der Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm gegenüberzustellen und eine Gesamtbetrachtung der Region 10 Ingolstadt vorzunehmen.
Alle verwendeten Zahlen stammen vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, die Aufbereitung und Darstellung vom Sachgebiet Statistik und Stadtforschung des Hauptamtes der Stadt Ingolstadt.
Einwohnerstand 2011 bis 2015
Seit 2011 ist die Bevölkerung in der Region 10 Ingolstadt um rund 22 000 Einwohner oder 4,8 % gestiegen. Das stärkste Wachstum wies der Landkreis Pfaffenhofen auf, der über 7 100 Menschen oder 6,1 % Zuwachs hatte. Die Stadt Ingolstadt liegt mit einem Mehr an knapp 6 400 Einwohnern oder 5,0 % knapp über dem Prozentwert der Region.
Das prozentuale Bevölkerungswachstum der Region liegt deutlich vor Bayern, aber doch hinter Oberbayern, wo der Großraum München durch sein starkes Bevölkerungswachstum den Ausschlag gab.
Während die Stadt Ingolstadt 2012 und 2014 mit einem Plus von jeweils über 1 800 Einwohnern den stärksten Zuwachs in der Region verzeichnete und der Landkreis Pfaffenhofen knapp dahinter lag, war es 2013 und 2015 dieser Landkreis mit dem höchsten Wachstum an Einwohnern. Der Landkreis Eichstätt zeichnete sich durch ein stetig steigendes Wachstum aus und hatte 2015 mehr Einwohnerzuwachs als Ingolstadt.
Die obige Darstellung mit Prozentanteilen des jährlichen Wachstums und absoluter Bevölkerungszunahme verdeutlicht, dass die Einwohnerzuwächse Ingolstadts im Vergleich zu den drei Landkreisen, vor allem zu Pfaffenhofen, geringer wurden. Insgesamt ging der Anteil Ingolstadts am Bevölkerungswachstum von ca. 35 % auf rund 20 % zurück.
Geburten und Sterbefälle und natürlicher Saldo
Der natürliche Saldo ist die Differenz aus Geburten minus Sterbefälle. Seit vielen Jahrzehnten trägt der natürliche Saldo in der Region nur wenig zum Bevölkerungswachstum bei, weil die Geburten und Sterbefälle nahezu ausgeglichen waren.
Bei den Geburten zeigt sich ein kontinuierlicher und deutlicher Anstieg seit 2011: Ingolstadt hatte 2015 rund 300 Geburten mehr als noch 2011, in den Landkreisen Pfaffenhofen und Eichstätt war es eine Steigerung um rund 200 Geburten, im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen immerhin um 100 Neugeborene. Insgesamt stieg die Zahl der Neugeborenen in der Region von rund 4 060 auf über 4 800 an.
Da auch die Sterbefälle in der Region kontinuierlich gestiegen waren, teils aber nicht so stark wie die Geburtenzahlen, war vor allem in Ingolstadt seit 2013 und im Landkreis Eichstätt seit 2011 ein nicht unerhebliches Bevölkerungswachstum durch den natürlichen Saldo entstanden.
Der natürliche Saldo trug vor allem in den Jahren 2013 bis 2015 deutlich mit zum Bevölkerungswachstum bei. Da allerdings auch die Wanderungssalden sehr stark positiv gestiegen waren, bleibt der Anteil des natürlichen Saldos meist bei unter 10 % des Einwohnerzuwachses.
Wanderungen (Zu- und Wegzüge)
Nachfolgend werden nicht die Zu- und Wegzüge einzeln, sondern der Wanderungssaldo (Differenz aus Zuzügen minus Wegzügen) betrachtet.
Die Wanderungssalden der vier Kreise zeigen deutlich, dass sich die Zuwanderung ab 2014 und nochmals verstärkt 2015 hin zu den Landkreisen verschoben hat. 2011 und 2012 nahm die Stadt Ingolstadt noch die meisten Einwohner auf, ab 2013 zeigt sich die kontinuierliche Zunahme des Wanderungsüberschusses bei den Landkreisen der Region.
In den größeren Kreisstädten der Region, aber auch in den nahe Ingolstadts gelegenen oder verkehrsmäßig gut erreichbaren Orten fand ein beachtliches Bevölkerungswachstum statt. Dieses Bevölkerungswachstum zeigt sich 2015 meist nochmals deutlich stärker als in den Jahren zuvor.
Das Wanderungsplus in Ingolstadt resultiert in erster Linie von der Zuwanderung junger Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Bei der Zuwanderung der Landkreise dominiert die Altersgruppe der 30 bis unter 50-Jährigen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Das ist ein deutlicher Hinweis auf den Prozess, dass junge Erwachsene in der Stadt Arbeit und Wohnung finden. Bei der Familiengründung oder wenn bereits Familie mit Kindern vorhanden ist, wird der ländliche Raum mit seinen günstigeren Bauland- und Immobilienpreisen angesteuert.
Fazit:
Ingolstadt und die Landkreise wachsen stärker als Bayern insgesamt.
Besonders stark nahmen die Stadt Ingolstadt und der Landkreis Pfaffenhofen an Einwohnern zu. Neuburg-Schrobenhausen ist hinsichtlich der Bevölkerungsdynamik der schwächste der vier Kreise der Region.
Das Bevölkerungswachstum hat sich seit 2011 zunehmend in die Landkreise der Region verlagert.
Bei den Geburten gab es in allen Kreisen deutliche Steigerungen. Insgesamt nahm die Zahl der Neugeborenen in der Region um über 700 seit 2011 zu.
Der eigentliche Wachstumsmotor der Bevölkerungszunahme sind jedoch die Wanderungen und hier ein in den letzten Jahren gewachsenes Plus der Zuzüge gegenüber den Wegzügen.
Vor allem der Landkreis Pfaffenhofen zeigt hier eine sehr starke Wanderungsdynamik.
Die größeren Städte und Gemeinden in der Region haben in den letzten beiden Jahren deutlich höhere Wanderungsgewinne gemacht als die Jahre davor.
Bei den Altersgruppen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Stadt und Landkreisen: Ingolstadt wächst vor allem durch die Zuwanderung von jungen Erwachsenen von 18 bis unter 30 Jahren. Die stärksten Einwohnerzunahmen in den Landkreisen stammen von der Altersgruppe 30 bis unter 50 Jahren (Elterngeneration) und den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.








