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  • Wie Stadt und Region, Bayern, Deutschland und das Ausland miteinander verbunden sind
  • Enwticklung der Pendlerbewegungen vs. Entwicklung der Einwohnerzahl
  • Pendlerbewegungen mit der Region 10 (Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm)
  • Pendlerbewegungen mit den bayerischen Metropolräumen und dem übrigen Freistaat Bayern
  • Pendlerbewegungen mit dem übrigen Deutschland und dem Ausland
  • Fazit

Arbeitswege im Wandel – Pendlerströme in Ingolstadt

Arbeitsmarkt

Analyse zu Pendlerverflechtungen in Ingolstadt, der Region, Bayern, Deutschland und dem Ausland

Autor/-in

Melanie Giebel

Veröffentlichungsdatum

1. August 2026

Wie Stadt und Region, Bayern, Deutschland und das Ausland miteinander verbunden sind

Betrachtet man die Pendlerströme in und aus Städten heraus, wird schnell klar, dass der Arbeitsmarkt nicht an der Stadtgrenze endet. Für viele Beschäftigte gehört ein Arbeitsweg in eine andere Gemeinde, einen anderen Landkreis oder sogar ins Ausland längst zum Arbeitsalltag. Die Pendlerströme spiegeln nicht nur die wirtschaftliche Attraktivität einer Stadt wider, sondern auch ihre Rolle im regionalen Umfeld. Gleichzeitig geben sie Hinweise darauf, wie der regionale Arbeitsmarkt strukturiert ist und wie Wohn- und Arbeitsstandorte verteilt sind.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein arbeiteten die meisten Menschen in der Nähe ihres Wohnorts. Mit der Industrialisierung, der Motorisierung und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur nahmen die Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsort jedoch zu. Pendeln ist heute weit verbreitet. Dies zeigt die enge regionale und überregionale Einbindung moderner Arbeitsmärkte – auch in Ingolstadt.

Zur Veranschaulichung werden die Bevölkerungsentwicklung und die Ein- und Auspendler im Zeitverlauf gegenübergestellt. Zusätzlich erfolgt eine Analyse der Pendlerbeziehungen auf

verschiedenen räumlichen Ebenen: innerhalb der Region 10, im übrigen Freistaat Bayern, deutschlandweit sowie, falls relevant, im Ausland. So wird sichtbar, aus welchen Räumen Arbeitskräfte nach Ingolstadt kommen und wohin sie pendeln.

Grundlage sind Daten der Bundesagentur für Arbeit zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Einpendler wohnen außerhalb der Stadt und arbeiten innerhalb, Auspendler entsprechend umgekehrt. Die Pendlerzahlen beschreiben die Zahl der Beschäftigten, die theoretisch pro Arbeitstag zwischen Wohn- und Arbeitsort pendeln müssten. Sie beschreiben nicht die tatsächliche Fahrleistung.

Enwticklung der Pendlerbewegungen vs. Entwicklung der Einwohnerzahl

Die Zahl der Einpendler ist von 2015 bis 2018 deutlich angestiegen. Während es im Jahr 2015 noch 60 650 Personen waren, die außerhalb der Stadtgrenzen wohnten und in Ingolstadt arbeiteten, lag dieser Wert im Jahr 2018 bereits bei über 65 000, was einem Anstieg von rund 7 % entspricht. Im Jahr 2019 zeigt sich erstmals ein leichter Rückgang. Ab 2020 sank die Zahl der Einpendler deutlich und stabilisierte sich anschließend auf einem niedrigeren Niveau von rund 61 500 im Jahr 2025.

Die Zahl der Auspendler ist hingegen seit 2015 kontinuierlich gestiegen. Ein Einbruch während der Corona-Jahre ist nicht erkennbar. Besonders 2016 sowie zwischen 2021 und 2023 fielen die Zuwächse stärker aus.

Trotz steigender Auspendlerzahlen und rückläufiger bzw. stagnierender Einpendlerzahlen blieb der Pendlersaldo durchgehend positiv. Er ist jedoch im Zeitverlauf deutlich gesunken. Die Zahl der Einpendler übersteigt die Zahl der Auspendler aber weiterhin deutlich.

Diagramm zur Entwicklung der Pendlerbewegungen in Ingolstadt seit 2015

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Die Pendlerzahlen stehen in engem Zusammenhang mit der Bevölkerungsentwicklung der Stadt Ingolstadt. Seit 2015 gab es hier erhebliche Zuwächse. So stieg die Einwohnerzahl im betrachteten Zeitraum um rund 11.700 Personen, was einem Anstieg von etwa 8,8 % entspricht.

Auch die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre) wuchs kontinuierlich, wenn auch schwächer als die Gesamtbevölkerung. Ihre Zahl stieg von 90 840 im Jahr 2015 auf 96 681 im Jahr 2025, was einem Zuwachs von rund 6,4 % entspricht.

Dies zeigt, dass das Arbeitskräftepotenzial in diesem Zeitraum langsamer gewachsen ist als die Gesamtbevölkerung. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Entwicklung der Pendlerzahlen – insbesondere der starke Anstieg der Auspendler – nicht allein durch demografische Veränderungen erklärt werden kann.

Gleichzeitig deuten die Zahlen auf eine steigende Mobilität der Erwerbsbevölkerung hin. Wohn- und Arbeitsort liegen immer häufiger in unterschiedlichen Gemeinden oder Landkreisen.

Diagramm zur Einwohnerentwicklung und Pendlersaldo in Ingolstadt seit 2015

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Pendlerbewegungen mit der Region 10 (Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm)

Rund 70 % aller nach Ingolstadt einpendelnden Beschäftigten kommen aus den umliegenden Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm. Damit bilden sie das wichtigste Einzugsgebiet des Ingolstädter Arbeitsmarktes.

Demgegenüber pendelt jedoch nur gut die Hälfte der Ingolstädter Arbeitnehmer in die Region 10: Rund 54 % der Auspendler haben ihren Arbeitsplatz in den umliegenden Landkreisen.

Die besondere Bedeutung der Region 10 zeigt sich auch im Pendlersaldo. Rund 82 % des positiven Pendlersaldos entfallen auf die Verflechtungen mit den drei umliegenden Landkreisen.

Seit 2015 haben sich die Pendlerstrukturen innerhalb der Region jedoch leicht verändert. Während die Zahl der Einpendler auf einem hohen Niveau verbleibt, zeigen die Auspendler eine deutlich höhere Dynamik. Dadurch hat sich das Verhältnis von Ein- und Auspendlern leicht verschoben. Der Pendlersaldo bleibt jedoch weiterhin deutlich positiv.

Diagramm zur Pendlerverflechtung in Ingolstadt und der Region 10 2025

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Die Einpendler kommen vorwiegend aus wenigen Gemeinden im direkten Umland. Hierzu zählen insbesondere Gaimersheim, Manching, Kösching, Neuburg an der Donau und Großmehring. Dies deutet darauf hin, dass kurze Distanzen für das Einpendeln eine wichtige Rolle spielen.

Auch bei den Auspendlern aus der Region 10 zeigen sich zentrale Zielorte. Besonders häufig werden – wie auch bei den Einpendlern – Manching, Neuburg an der Donau, Kösching und Gaimersheim angesteuert. Ein weiterer wichtiger Zielort ist Vohburg an der Donau. Im Unterschied zu den Einpendlern sind die Auspendlerbewegungen innerhalb der Region 10 jedoch deutlich breiter gefächert.

Karte zu größten Pendlerströmen in Ingolstadt und der Region 10 2025

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Pendlerbewegungen mit den bayerischen Metropolräumen und dem übrigen Freistaat Bayern

Auch außerhalb der Region 10 bestehen enge Arbeitsmarktverflechtungen zwischen Ingolstadt und dem Freistaat Bayern. Aufgrund der zentralen Lage Ingolstadts gibt es dabei besonders enge Verbindungen zu den Metropolräumen München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg.

Die stärksten Pendlerströme verzeichnet der Raum München. Im Jahr 2025 pendelten rund 1 720 Beschäftigte aus der Landeshauptstadt München nach Ingolstadt. Weitere 350 kamen aus dem Landkreis München. In die entgegengesetzte Richtung sind die Pendlerströme wesentlich stärker. Rund 3 590 Ingolstädter arbeiten in der Stadt München und weitere 990 im Landkreis München. Damit ist München das wichtigste Zielgebiet der Auspendler außerhalb der Region 10. Während die Zahl der Einpendler aus dem Münchner Raum seit 2015 nur leicht zunahm (rund +130 Personen bzw. +7 %), stieg die Zahl der Auspendler deutlich stärker an (+1 860 Personen bzw. +68 %).

Auch mit dem Metropolraum Nürnberg bestehen enge Arbeitsmarktbeziehungen. So pendelten im Jahr 2025 rund 510 Beschäftigte aus der Stadt Nürnberg nach Ingolstadt, während etwa 330 Ingolstädter ihren Arbeitsplatz in der Stadt Nürnberg hatten. Darüber hinaus weisen insbesondere die Landkreise Roth und Weißenburg-Gunzenhausen als südliche Teile des Metropolraums nennenswerte Pendlerströme nach Ingolstadt auf. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Einpendler aus Nürnberg spürbar gestiegen (+160 Personen bzw. +46 %), während die Auspendlerzahlen mit einem Zuwachs von rund 20 Personen bzw. 6 % weitgehend stabil geblieben sind.

Die Pendlerverflechtungen mit dem Raum Augsburg fallen geringer aus. Im Jahr 2025 pendelten rund 310 Beschäftigte aus dem Landkreis Augsburg nach Ingolstadt, aus der Stadt Augsburg waren es etwa 190. In die Gegenrichtung arbeiteten rund 330 Ingolstädter in der Stadt Augsburg sowie etwa 50 im Landkreis Augsburg. Die Pendlerströme sind damit vergleichsweise ausgeglichen. Im Vergleich zu 2015 haben die Verflechtungen jedoch deutlich an Intensität gewonnen. So stieg die Zahl der Einpendler aus dem Augsburger Raum um rund 240 Personen bzw. 92 %, während die Zahl der Auspendler um rund 180 Personen bzw. 90 % zunahm. Damit weist der Raum Augsburg innerhalb der betrachteten Metropolräume die höchste Wachstumsdynamik auf.

Auch zum Raum Regensburg bestehen enge Beziehungen. Im Jahr 2025 pendelten insgesamt rund 770 Beschäftigte aus der Stadt und dem Landkreis Regensburg nach Ingolstadt. Demgegenüber arbeiteten rund 230 Ingolstädter in der Stadt Regensburg und etwa 70 im Landkreis Regensburg. Somit weist Ingolstadt gegenüber dem Regensburger Raum einen deutlichen Einpendlerüberschuss auf. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Einpendler um rund 120 Personen bzw. 18 % gestiegen. Die Zahl der Auspendler stieg um rund 90 Personen bzw. 43 %. Trotz der höheren Wachstumsrate bei den Auspendlern überwiegen die Pendlerströme weiterhin deutlich zugunsten Ingolstadts.

Insgesamt zeigen die Pendlerströme, dass die Verflechtungen mit den bayerischen Metropolräumen im Zeitverlauf weiter zugenommen haben. Diese Entwicklung verlief jedoch je nach Region unterschiedlich. Besonders dynamisch entwickelten sich die Beziehungen zu München und Augsburg. Gleichzeitig beschränken sich die Pendlerbeziehungen nicht auf die großen Metropolräume. So kamen im Jahr 2025 rund 10 270 Einpendler aus bayerischen Städten und Landkreisen außerhalb der Region 10 und der betrachteten Metropolräume nach Ingolstadt. Umgekehrt arbeiteten rund 2 890 Ingolstädter in diesen Teilen Bayerns.

Karte zu Pendlerströmen in Ingolstadt und bayerischen Metropolen 2025

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Pendlerbewegungen mit dem übrigen Deutschland und dem Ausland

Auch mit dem übrigen Bundesgebiet bestehen Pendlerbeziehungen. Im Vergleich zu den Verflechtungen innerhalb Bayerns fallen diese jedoch deutlich geringer aus.

Die meisten Einpendler kamen im Jahr 2025 aus Baden-Württemberg. Insgesamt pendelten rund 1 080 Beschäftigte aus diesem Bundesland nach Ingolstadt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit rund 590, Niedersachsen mit rund 410, Sachsen mit rund 370 sowie Hessen mit rund 340 Beschäftigten.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Auspendlern. Baden-Württemberg war mit rund 940 Beschäftigten das wichtigste Ziel außerhalb Bayerns. Es folgten Nordrhein-Westfalen mit rund 580 und Hessen mit rund 490 Auspendlern.

Auffällig sind zudem einzelne Städte mit vergleichsweise hohen Pendlerzahlen. Hierzu zählen insbesondere Heilbronn und Stuttgart als Herkunftsorte der Einpendler sowie Stuttgart, Frankfurt am Main, Köln und Wolfsburg als Zielorte der Auspendler.

Die Pendlerströme haben sich im Zeitverlauf unterschiedlich entwickelt. So ging die Zahl der Einpendler aus Baden-Württemberg seit 2015 leicht zurück (-50 Personen bzw. -4 %), während die Zahl der Auspendler deutlich zunahm (+370 Personen bzw. +65 %). Ähnlich entwickelte sich die Zahl der Auspendler nach Hessen. So stieg die Zahl der Auspendler von rund 260 auf 490 Personen (+230 bzw. +88 %). Die Einpendlerzahlen entwickelten sich dagegen deutlich moderater.

Karte zu Pendlersaldo in Ingolstadt und Deutschland 2025

Quelle: Bundesagentur für Arbeit // Darstellung / Berechnung: Statistik und Stadtforschung

Pendlerbeziehungen ins Ausland spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten Einpendler kamen 2025 aus Polen (rund 90 Personen). Es folgten Tschechien und Rumänien mit jeweils rund 20 Beschäftigten sowie Österreich mit rund 10 Beschäftigten.

Im Vergleich zu 2015 hat die Zahl der Einpendler aus dem Ausland insgesamt deutlich abgenommen. Während damals noch rund 400 Beschäftigte aus dem Ausland nach Ingolstadt pendelten, waren es 2025 nur noch rund 140.

Die Pendlerbeziehungen zum Ausland fallen damit weiterhin deutlich geringer aus als die Verflechtungen innerhalb Deutschlands.

Fazit

Der Pendlersaldo blieb im gesamten Betrachtungszeitraum positiv, hat sich jedoch deutlich verringert. Ursache hierfür ist vor allem der starke Anstieg der Auspendlerzahlen, während sich die Zahl der Einpendler nach den Höchstständen vor der Corona-Pandemie rückläufig entwickelte.

Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Mobilität der Beschäftigten. Wohn- und Arbeitsort liegen heute häufiger in unterschiedlichen Gemeinden, Landkreisen oder Regionen als noch vor einigen Jahren.