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  • Gut 106 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in der Stadt Ingolstadt

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Arbeitsmarkt

Analyse der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie des Pendleraufkommens in Ingolstadt im März 2020

Autor/-in

Ulrich Kraus

Veröffentlichungsdatum

1. November 2020

Gut 106 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in der Stadt Ingolstadt

Im September 2019 hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Ingolstadt mit insgesamt 107 819 einen absoluten Höchststand erreicht. Für März 2020 wurden 106 038 Beschäftigte am Arbeitsort Ingolstadt gemeldet (-1 730 gegenüber März 2019), davon waren 21 053 Beschäftigte in Kurzarbeit. Im April lag die realisierte Kurzarbeit bei 34 124, im Mai bei 27 713.

Gut 18 600 Beschäftigte haben das 55. Lebensjahr bereits überschritten.

Wirtschaftsbereich Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
im Verarbeitenden Gewerbe 51500 (-516 zum Vorjahr)
im Baugewerbe 2868 (+257)
im Bereich Gesundheit, Heime und Soziales 10419 (+185)
im Bereich Zeitarbeit 3683 (-1508)

Eine gegenläufige Bewegung gab es bei den Beschäftigten mit Wohnort Ingolstadt. Ihre Zahllag im März 2020 bei 63 385 (+486 zum Vorjahr). Hier gab es eine Zunahme bei ausländischen Beschäftigten (+831), die den Rückgang bei deutschen Beschäftigten überkompensiert hat. Der Pendlersaldo verringerte sich auf 42 653 (-2 216 zum Vorjahr).

Diagramm: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Ingolstadt - Veränderung März 2019 - März 2020

Quelle: Bundesagentur für Arbeit //Grafik: Statistik und Stadtforschung

Die demografische Entwicklung in Deutschland spielt für die zukünftige Entwicklung der Arbeitsmärkte eine fundamentale Rolle.

In einer aktuellen Analyse des Statistischen Bundesamtes heißt es:

„Von Anfang der 1990er Jahre bis Anfang der 2020er Jahre profitiert Deutschland von einer sogenannten demografischen Dividende. Diese entstand durch das Aufrücken der stark besetzten Jahrgänge in das Erwerbsalter. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird dieser altersstrukturelle Vorteil mit dem allmählichen Ausscheiden der Baby-Boom-Generation aus dem Erwerbsalter schwinden und zur Abnahme der Erwerbspersonen führen. Das genaue Ausmaß dieses Rückgangs an Erwerbspersonen hängt vor allem von der Entwicklung zweier Faktoren ab, dem Erwerbsverhalten und den Wanderungsbewegungen nach und aus Deutschland. In den vergangenen Jahrzehnten trugen neben der demografischen Dividende auch eine steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen und das steigende Renteneinstiegsalter zu einer wachsenden Erwerbspersonenzahl bei. Sollte sich diese Entwicklung nicht weiter fortsetzen, würde die Erwerbspersonenzahl bereits in den nächsten 15 Jahren um etwa 3,7 bis 5,1 Millionen sinken.“

Auf Ingolstadt übertragen bedeutet das, dass die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter ohne Zuwanderungsgewinne um gut 9 000 abnehmen würde. In der Region Ingolstadt (mit Nachbarlandkreisen) zeigt sich ein strukturell ähnliches Bild: Ohne Zuwanderungsgewinne ergibt sich ein Rückgang der entsprechenden Altersgruppe um rund 40 000.

Zuwanderungsgewinne könnten die Zahl der potentiellen Erwerbspersonen auf einem stabilen Niveau halten, eine Zunahme wie in der Vergangenheit ist aber eher unwahrscheinlich.

In Ingolstadt liegt die Beschäftigtenquote der Männer derzeit bei 75%, die der Frauen bei rund 60%. Die Erwerbsquote insgesamt (mit Selbständigen, Beamten und Minijobs) liegt bei über 80%.

Diagramm: Bevölkerungsprognose des bayerischen Landesamts für Statistik und kommunale Prognose der Stadt Ingolstadt

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Melderegister (kommunale Prognose) // Grafik: Statistik und Stadtforschung